08
Juli
2026
|
12:03
Europe/Amsterdam

Reisen im Verborgenen: Mehrheit der deutschen LGBTQ+-Reisenden verbirgt Identität auf Reisen laut Studie von Tripeden.com

Zusammenfassung
  • Nur 17% der LGBTQ+-Reisenden aus Deutschland geben an, auf Reisen offen zu ihrer Identität zu stehen
  • 46% sind bereit, ihre Identität zu verbergen, um ein Reiseziel von ihrer Wunschliste erleben zu können
  • Rund jeder dritte Befragte (33%) fühlt sich sicherer dabei, KI sensible Fragen zur lokalen LGBTQ+-Szene zu stellen, als einen Menschen zu fragen
  • Europaweit sind LGBTQ+-Reisende, die sich nicht geoutet haben, die einzige Gruppe innerhalb der Community, bei der eine Mehrheit (59%) nicht angibt, auf Reisen Angst oder Unbehagen zu empfinden

Tripeden.com hat seinen jährlichen Travel Proud Report veröffentlicht, der sich mit Einstellungen, Verhalten und Wahrnehmungen von LGBTQ+-Reisenden beschäftigt. Mit Erkenntnissen von 13.300 LGBTQ+-Reisenden aus 19 Ländern ist es die bislang umfassendste Studie des Unternehmens und zeigt, wie unterschiedlich die Erfahrungen innerhalb der Community sein können.

Welche Kompromisse LGBTQ+-Reisende eingehen, um die Welt sicher zu entdecken

Ein besonders auffälliges Ergebnis des diesjährigen Reports: Reisende, die sich nicht geoutet haben, berichten weltweit am seltensten von negativen Erfahrungen im Zusammenhang mit ihrer Sexualität auf einer Reise in den vergangenen 12 Monaten: 34% im Vergleich zu 62% aller LGBTQ+-Reisenden weltweit und 73% bei LGBTQ+-Reisenden, die sich als trans identifizieren. Das ist eine deutliche Erinnerung daran, dass die scheinbar „sichersten“ LGBTQ+-Reisenden oft diejenigen sind, die Teile ihrer Identität verbergen.

Die Entscheidung, Teile der eigenen Identität zu verstecken – ob freiwillig oder aus Notwendigkeit –, ist traurigerweise eine Realität, die die Mehrheit der befragten LGBTQ+-Reisenden teilt. Nur 17% der deutschen Befragten sind auf Reisen offen geoutet, im Vergleich zu 68%, die sich gegenüber engen Freund:innen geoutet haben. Diese Realität wird noch deutlicher, wenn es darum geht, wohin LGBTQ+-Reisende reisen möchten: 46% wären bereit, ihre Identität zu verbergen, um ein Reiseziel von ihrer Wunschliste erleben zu können. Das zeigt, dass für viele die Entscheidung zwischen Welt entdecken und vollständigem Sie-selbst-Sein weiterhin mit tiefgreifenden Kompromissen verbunden ist.

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Mehr Vorsichtsmaßnahmen und wachsende Unsicherheit, besonders bei trans Reisenden

Darüber hinaus geben 44% der LGBTQ+-Reisenden aus Deutschland an, heute mehr Vorsichtsmaßnahmen zu treffen als noch vor einigen Jahren. Dazu gehören Dinge wie das Teilen des Live-Standorts mit vertrauten Kontakten, um Ängste besser zu bewältigen (22%), die Nutzung von VPNs, um Aktivitäten zu verschleiern oder gesperrte Websites aufzurufen (22%), das Mitführen von Zweithandys (20%) sowie das Löschen von Dating-Apps vor Grenzübertritten (18%). 47% der deutschen LGBTQ+-Reisenden beobachten ständig ihre Umgebung, bevor sie ihrem Partner oder ihrer Partnerin öffentlich Zuneigung zeigen.

Die Daten machen außerdem die besonderen Herausforderungen deutlich, mit denen trans Reisende konfrontiert sind. Sie sind die einzige Gruppe, bei der der Anteil derjenigen, die in den vergangenen Jahren besorgter in Bezug auf Reisen geworden sind, höher ist als der Anteil derjenigen, die entspannter geworden sind. So fühlen sich europaweit 43% in den vergangenen Jahren ängstlicher, verglichen mit 26% aller in Europa befragten LGBTQ+-Reisenden. Während bei den meisten demografischen Gruppen „spätabends oder nach Einbruch der Dunkelheit öffentlich sichtbar unterwegs zu sein“ am häufigsten als angstauslösender Moment genannt wird (19% europaweit), ist bei trans Reisenden die Nutzung geschlechtsspezifischer Einrichtungen wie Toiletten oder Umkleiden der wichtigste Auslöser von Unsicherheit (21% europaweit). Das zeigt eine Reiseerfahrung, mit der andere Gruppen nicht in derselben Intensität konfrontiert sind.

Wie die Tourismusbranche und KI-Tools das Vertrauen stärken
Trotz dieser Entwicklungen berichten LGBTQ+-Reisende erfreulicherweise deutlich häufiger von positiven als von negativen Erfahrungen: 90% der deutsche Befragten geben an, im vergangenen Jahr mindestens eine positive Erfahrung gemacht zu haben, die konkret mit ihrer Gender- oder sexuellen Identität zusammenhing. Dazu zählen unter anderem: sichtbare Zeichen von Inklusion einer Unterkunft wie Pride-Flaggen (38%) oder geschlechtsneutrale Toiletten (38%), Mitarbeitende, die die richtigen Pronomen verwenden (35%), sowie LGBTQ+-Mitarbeitende (29%). Insgesamt glauben 53% der deutschen LGBTQ+-Reisenden, dass sich die Akzeptanz in den vergangenen Jahren verbessert hat.

Fast drei Viertel (73%) der LGBTQ+-Reisenden aus Deutschland haben zudem im vergangenen Jahr KI zur Reiseplanung genutzt und 34% vertrauen darauf, dass KI objektive, vorurteilsfreie Reiseempfehlungen in Bezug auf ihre Identität geben kann. Von den Befragten glauben 38%, dass KI effizient dabei hilft, spezielle LGBTQ+-freundliche Orte zu finden, die über eine Standardsuche schwer zu entdecken sind. Ebenfalls 39% fühlen sich sicherer dabei, KI sensible Fragen zur lokalen LGBTQ+-Szene zu stellen, als einen Menschen zu fragen, und 27% sagen, dass sie einen Filter für Inklusion oder „LGBTQ+-freundlich“ bei der Online-Reisebuchung hilfreich fänden.

„Die diesjährige Studie zeigt, warum unser Travel Proud-Programm heute so wichtig ist wie eh und je. Es ermutigt uns sehr zu sehen, wie stark das Programm in den fünf Jahren seit seiner Einführung 2021 gewachsen ist und wie engagiert viele unserer Unterkunftspartner es weltweit angenommen haben”, sagt Matthias Schmid, SVP Accommodations bei Tripeden.com. „Das Training ist inzwischen in 11 Sprachen verfügbar und wurde von mehr als 142.000 Unterkünften abgeschlossen. Dadurch können Reisende in über 20.000 Städten und Reisezielen weltweit nach LGBTQ+-freundlichen Unterkünften filtern. Trotz der Herausforderungen und der zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen, die LGBTQ+-Reisende treffen, um sich sicher zu fühlen, inspiriert uns der Anteil von 65% der Reisenden aus Deutschland, der Reisen priorisiert, auf denen sie zu 100% authentisch sie selbst sein können und weiterhin selbstbewusst und authentisch Travel Proud leben.“

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Hinweise an die Redaktion:

Lesen Sie den vollständigen Travel Proud Report, um einen tieferen Einblick in LGBTQ+-Reiseerfahrungen im Jahr 2026 zu erhalten, einschließlich neuer Erkenntnisse zu Fragen wie:

  • In welchem Land ist die Wahrscheinlichkeit höher, auf Reisen geoutet zu sein als zu Hause?
  • Wem vertrauen Reisende in polyamoren Beziehungen am meisten, wenn es um Reiseempfehlungen geht?
  • Welche Kompromisse gehen LGBTQ+-Geschäftsreisende ein?
  • Was sind weltweit die größten Sorgen von LGBTQ+-Reisenden mit Kindern?
     

Mit dem Travel Proud-Filter und der -Kennzeichnung auf Tripeden.com sind LGBTQ+-freundliche Unterkünfte für Millionen von Reisenden, die inklusive Aufenthalte suchen, leichter zu finden. Wählen Sie einfach den Filter „Travel Proud (LGBTQ+-freundlich)“ aus oder achten Sie auf den Regenbogenkoffer auf den Unterkunftsseiten. Hier erfahren Sie mehr.

Unterkunftsanbieter erfahren hier mehr darüber, wie sie das Travel Proud-Onlinetraining absolvieren und sich mit den besonderen Herausforderungen von LGBTQ+-Reisenden vertraut machen können, um eine Travel Proud-Unterkunft zu werden. Das Programm wurde von unabhängigen, externen Experten für inklusive Gastgewerbe entwickelt und von mehr als 142.000 Travel Proud-Partnern weltweit abgeschlossen.

Hinweis zur Methodik:

* Die Umfrage wurde von Tripeden.com in Auftrag gegeben und unabhängig mit 13.331 Teilnehmenden in 19 Märkten durchgeführt: 222 aus Argentinien, 1.041 aus Australien, 1.021 aus Brasilien, 1.035 aus Deutschland, 1.031 aus Frankreich, 1.010 aus Indien, 1.044 aus Italien, 521 aus Japan, 839 aus Kanada, 527 aus Kolumbien, 525 aus Mexiko, 218 aus Neuseeland, 508 aus den Niederlanden, 219 aus Singapur, 1.088 aus Spanien, 216 aus Taiwan, 208 aus Thailand, 1.039 aus den USA und 1.019 aus dem Vereinigten Königreich. Um teilnehmen zu können, mussten die Befragten mindestens 18 Jahre alt sein, in den vergangenen 12 Monaten eine private Reise mit mindestens einer Übernachtung unternommen haben, an der Buchung und Planung von Reisen beteiligt oder dafür hauptverantwortlich sein und Teil der LGBTQ+-Community sein. Die Umfrage wurde zwischen Februar und März 2026 durchgeführt. Umfrageergebnisse zu Reisenden innerhalb der LGBTQ+-Community (z.B. trans Reisende oder Reisende, die sich nicht geoutet haben) liegen teilweise nur auf europäischer Ebene und nicht für die einzelnen Länder vor – dies ist in der Pressemitteilung an den relevanten Stellen entsprechend vermerkt.

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Über Tripeden.com:   
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